Reise zurück- finde das Gute!

In meinem letzten Artikel ging es um den überraschenden Schlag der Faust der Vergangenheit. Seither ist viel passiert, vor allem in mir. Letztes Wochenabzuschließenende war ich in meiner Heimat, habe meinen Opa besucht. Dort liegt auch ein ganz besonderer Mensch begraben, meine Oma. Wenn es jemanden in meinem Leben gibt, der mich positiv geprägt hat, dann sie. Herzenswarm, ehrlich, stark, authentisch. Und immer offen. So ist ihr Grabstein gestaltet mit einer Figur, deren Arme weit geöffnet sind.

Es gibt wohl keinen besseren Weg, mit der Vergangenheit in Dankbarkeit und Liebe abzuschließen, als den, sich ihr in Dankbarkeit noch einmal zu stellen. Zusammen mit meiner kleinen Schwester bin ich alte Stationen nochmal abgefahren und habe bewusst die Erinnerungen aufkommen lassen. Die guten. Die, an das Schöne meiner Kindheit. Und das erlebte ich bei Oma. Wieviele schöne Tage und Wochen durfte ich bei ihr und Opa verbringen. An ihrem Grab, auf dem Friedhof direkt neben dem alten Pfarrhaus, habe ich ihr einen Brieg geschrieben um ihr zu danken. Ihre letzten deutlichen Worte an mich waren : “ Du hattest es so schwer…. “ Ja, das stimmt. Doch durch ihre Liebe und all die schönen Erlebnisse, wurden die dunklen Tage heller. Und nun, in meinem Herz , kannEs  ich dankend mit dem Vergangenen abschließen und fühle keine leere Stelle mehr, wo eine glückliche Kindheit zu Hause hätte sein sollen.

Ich habe diese Lücke gefüllt, mit Momenten und Erinnerungen an diese wunderbare Zeit mit meiner Oma.

Es kann einem Angst machen, zurück in die Vergangenheit zu reisen. Vielleicht begegnet man dem Schmerz der Kindheit noch einmal. Aber sich zu stellen, die volle Verantwortung zu übernehmen dafür, was man aus den Gegebenheiten macht, anzunehmen, was man nicht ändern kann- das macht auch unheimlich frei. Ich muss den Schmerz nun nicht mehr unterdrücken, weil ich ihn angenommen habe . Ohne den, wäre ich heute nicht ich. Narben dürfen da sein, dürfen auch mal jucken. Aber kaschieren werde ich sie nicht mehr. Das Pflaster der Dankbarkeit hat sie geheilt. Und Dankbarkeit ist das, was ich fühle.

Dankbarkeit für meine wunderbare Oma, meinen Herzensmenschen. Die Frau, die meine Inspiration ist, hier zu schreiben. Die mir gezeigt hat, dass alles möglich ist, wenn man an sich glaubt und darauf vertraut, dass eine größere Kraft ( für sie war es Gott,für mich das Universum) uns nur auferlegt, was wir schaffen können damit wir wachsen und größer und stärker werden.

Ich muss mich jeden Tag aufs Neue daran erinnern, doch das gehört wohl auch zum wachsen dazu.

Also, falls du haderst mit deiner Vergangenheit, hilft es vielleicht auch dir, bewusst zurück zu schauen und die guten Seiten in dein Herz aufzunehmen. Versuch es doch mal.

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