Meine Geschichte- Wie gehst du mit Niederschlägen um?

Niederschläge begegneten mir bereits im frühen Kindesalter. Ich habe darüber in meinem letzten Blockartikel geschrieben. Hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen…. Immer und immer wieder. Hier ein Lichtblick, schon der nächste Schlag ins Genick. Nun, im Grunde hast du bereits als Kind nur zwei Möglichkeiten: Brich unter der Last zusammen oder werde stark. Ich wollte oft aufgeben, hinschmeißen, weglaufen ( das habe ich im Übrigen auch getan). Flüchten in andere Welten, Anerkennung suchen bei den falschen Menschen. Innere Lücken füllen mit Konsumgütern, die ich mir nicht leisten konnte.

Mir wurde aber sehr schnell klar, dass das nicht mein Weg sein durfte. Ich wollte etwas ändern, etwas bewegen- ich wollte NICHT in die Fußstapfen meiner Eltern treten. Ich wollte, dass mein Leben einen Wert hat. Früh begann ich, mir alles von der Seele zu schreiben und erkannte, dass ich damit einige gute Menschen erreichte.

Ich konnte also etwas wirklich gut- schreiben. Und ich konnte noch etwas gut- mich in andere hinein versetzen. Und da traf ich recht früh, es muss wohl mit 13 gewesen sein- eine Entscheidung: Nur ich konnte verantwortlich für meinen weiteren Lebensweg sein. Ich allein war in der Lage, die Richtung zu ändern. Ein guter Schulabschluss gehörte für mich unabdingbar dazu. Das so vermisste Lob für meine guten Noten war nun nicht mehr wichtig und entscheidend. Das Ziel war der Sinn! Ein gutes Abitur als Ausgangsbasis für meine Karriere.

Wollte ich zunächst unbedingt Sozialpädagogin werden, änderte sich das jetzt. International Business Administration an der Berufsakademie hieß jetzt das Ziel. Sprachen gehörten zu meinen Stärken. Es ist wichtig, euch mit diesen Details zu füttern, da ihr sonst am Ende nicht sehen könnt wie sich der Kreis schließt.

Meine Eltern trennten sich als ich 13 war. Es war keine schöne Trennung. Aber für mich die Chance auf einen Neuanfang. Wir, meine Schwester und ich, zogen mit Papa und seiner neuen Freundin weg aus der Stadt. Was für ein Glück war dieser Umgebungswechsel für mich. Weg von den Sorgen, den Versuchungen und den vielen falschen Menschen in meinem Umfeld.

Ich setzte durch, ein eigenes Zimmer zu bekommen. Ich war schließlich die älteste von nunmehr drei Kinder ( ich bekam eine Stiefschwester dazu). Nun hatte ich einen Platz um mich auf meine Ziele zu konzentrieren. Es hätte nun aufwärts gehen können, tat es auch öfter, doch die Steine in meinem Weg wollten nicht weniger werden.

Da war meine alkoholkranke Mutter nun vermeintlich gut aufgehoben bei ihrer besten Freundin, doch der Scheidungskrieg meiner Eltern war nicht schön und vieles wurde auf unserem Rücken ausgetragen. Immer noch hatte ich mit vielen Anfeindungen zu kämpfen, mit Sorgen über dies und das und wie ich mir endlich auch die schönen Dinge leisten könnte.

Es kam also, dass ich früh arbeiten ging. Zeitung austragen zunächst, dann als Küchenhilfe in einem Kaffee… Nebenbei lief die Schule sehr gut. Selbstdisziplin und Organisation waren auch damals leider keine Schulfächer, das lehrte mich das Leben selbst.

Und neben Erfahrungen der ersten Liebe und all der Dinge die das Erwachsen werden mit sich bringen, wurde ich selbstbewusster- nahm hier und da Ämter in der Schule an ( vom Klassenrevolutser zum Schülersprecher), stellte mich Herausforderungen ( ich wählte Physik als Leistungskurs) und hatte mein Leben im Griff.

Bis zu dem Tag, der kurz vor meinem Abitur wieder einmal alles auf den Prüfstand stellte…

Niederschläge zwingen uns oft in die Knie, doch wir haben immer die Wahl zwischen liegen bleiben oder aufstehen! Ich habe mich immer fürs aufstehen entschieden. Weil liegen bleiben mich nicht weiter gebracht hätte. Habe ich das immer allein geschafft? Nein. Aber ich habe früh gelernt, Hilfe auch mal anzunehmen.

Dieser eine Tag kurz vorm Abitur zwang mich zu einer großen Entscheidung. Welche das war, erfährst du im nächsten Artikel.

 

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